Die Rahmenbedingungen im Krankenhaus aber auch zunehmend in der Alten-, Jugend- und Behindertenhilfe sind von einem Wandel von der Kosten- zur Preisorientierung geprägt. Forderungen nach steigender Qualität gehen einher mit sinkenden Finanzierungsmitteln. Die Finanzierbarkeit bleibt - wie in der Anwendung erlösorientierter Kennzahlen - nicht mehr alleiniger Faktor in der Berechnung, sondern wird zu einer Bedingung. Insofern kann die Personalbedarfsermittlung nicht als ein Instrument zur Aufrechterhaltung des Status-Quo angesehen werden, sondern zur Identifikation und Umsetzung von Rationalisierungspotentialen.
Dualität: Erlösorientierte Kennzahlen und Leistungsbewertung
Aktuelle Kennzahlen und Benchmarks im Krankenhaus basieren auf Kostenmodulen im INEK System und nehmen Bezug auf die Finanzierung im DRG-System. Im Sozialwesen bestimmen ebenfalls Kennzahlen und Orientierungswerte die Höhe der Pflegesätze.
Je nach Anforderung setzt die Personalbedarfsermittlung unterschiedlich detaillierte Methoden zur Analyse der Organisationsbereiche ein, um die notwendige Personalausstattung für die zukünftige Leistungserbringung darzustellen. Die Arbeitsfähigkeit einer Station oder Abteilung basiert auf definierten Leistungen und berücksichtigt interne Rahmenbedingungen wie Zeitpunkt und Ort der Leistungserbringung sowie externe Rahmenbedingungen wie Notfallvorhaltung, technologische Veränderungen und rechtliche Vorgaben. Der aktuelle Fachkräftemangel rückt die Frage nach der Qualifikation und der eingesetzten Berufsgruppen in den Vordergrund. Je nach Verfügbarkeit und Validität der Leistungsdaten sind verschiedene Methoden abgestuft anzuwenden.