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BahnCard als Arbeitslohn

Nach der OFD Frankfurt am Main führt die Überlassung einer BahnCard 50 oder 100 durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer zum Zweck der dienstlichen und privaten Nutzung nicht zu Arbeitslohn, wenn die Kostenersparnis gegenüber dem Erwerb von Einzelfahrscheinen für die dienstlichen Fahrten größer als die Kosten für die BahnCard oder zumindest gleich hoch ist.

Ihr Ansprechpartner

Maren Brockmann LL.B.
Maren Brockmann LL.B.
Steuerassistentin
0251 - 48204 - 43
m.brockmann@bpg-muenster.de

Die Überlassung einer BahnCard 50 oder 100 durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer zum Zweck der dienstlichen und privaten Nutzung führt nach der OFD Frankfurt am Main (OFD Frankfurt/M., Vfg. Vom 31.7.2017 – S 2334 A – 80 – St 222) nicht zu Arbeitslohn, wenn die Kostenersparnis gegenüber dem Erwerb von Einzelfahrscheinen für die dienstlichen Fahrten größer als die Kosten für die BahnCard oder zumindest gleich hoch ist.

Nutzt der Arbeitnehmer die BahnCard auch für private Bahnreisen (z.B. am Wochenende), liegt ein steuerpflichtiger Vorteil dann nicht vor, wenn die Verbilligung der Privatfahrten auf ein ganz überwiegendes eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers zurückzuführen ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Aufwendungen des Arbeitgebers für die BahnCard mindestens den Ermäßigungen entsprechend, die nach der Prognose bei dienstlichen Fahrten wegen Auswärtstätigkeit erzielt werden sollen. Das gilt auch dann, wenn die erwartete Amortisation aus unvorhersehbaren Gründen (z.B. längere Erkrankung des Arbeitnehmers) nicht eintritt. Es erfolgt also in diesem Fall keine Nachversteuerung eines geldwerten Vorteils.

Überlässt der Arbeitgeber hingegen einem Arbeitnehmer unentgeltlich eine BahnCard ausschließlich für private Zwecke, liegt in vollem Umfang steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Bei der Bewertung des geldwerten Vorteils sind übliche Rabatte abzuziehen (BFH v. 14.11.2012, VI R 56/11, BStBl II 2013, 382). Die sogenannte 44 €-Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG findet keine Anwendung, weil der geldwerte Vorteil in voller Höhe bereits im Zeitpunkt der Überlassung der BahnCard zufließt.

Der Arbeitgeber kann die Versteuerung nach den allgemeinen Grundsätzen vornehmen oder nach § 37b EStG mit einem Pauschsteuersatz von 30%, so dass der geldwerte Vorteil beim Empfänger steuerfrei bleibt.

Dies gilt auch für die Nutzung der BahnCard zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Der Arbeitgeber kann jedoch die Lohnsteuer für diesen geldwerten Vorteil mit 15 % pauschalisieren, was Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung auslöst.

Gerne unterstützen und beraten wir Sie bei der steuerlichen Beurteilung der BahnCard.

 

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Maren Brockmann LL.B.
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