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Entlassmanagement ab 01.10.2017 verpflichtend

Ab dem 1. Oktober 2017 gelten die Vorgaben des GKV-Spitzenverbandes, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft zum Entlassmanagement beim Übergang von der Krankenhausbehandlung in die ambulante Versorgung.

Ihr Ansprechpartner

Rechtsanwältin Sylvia Köchling
Rechtsanwältin Sylvia Köchling
Fachanwältin für Medizinrecht
0251 - 48204-16
s.koechling@bpg-muenster.de

Die Einführung des Entlassmanagements beim Übergang in die Versorgung nach Krankenhausbehandlung ist auf den 1. Oktober 2017 verschoben worden. Darauf haben sich der GKV-Spitzenverband, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft in einer Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag Entlassmanagement verständigt. Rechtsgrundlage dieser Rahmenvereinbarung ist § 39 Abs. 1a Satz 9 SGB V.

Ursprünglich sollte das Entlassmanagement am 1. Juli 2017 starten. Krankenhäuser sind nun ab dem 1. Oktober 2017 verpflichtet, jedem Patienten ein Entlassmanagement für eine lückenlose Anschlussversorgung anzubieten.

Ziel des Entlassmanagements

Ziel des Entlassmanagements ist es, die lückenlose ambulante Versorgung der Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt sicherzustellen. Dazu soll das Krankenhaus feststellen, welche ambulanten Leistungen unmittelbar nach der Klinikentlassung erforderlich sind und diese einleiten. Der weiterbehandelnde Facharzt ist darüber rechtzeitig zu informieren.

Was müssen Krankenhäuser und Krankenhausärzte beachten?

Neu ist, dass Krankenhausärzte in begrenztem Umfang Verordnungen ausstellen und Arbeitsunfähigkeiten bescheinigen dürfen. So können sie beispielsweise Arzneimittel in der kleinsten Packungsgröße verschreiben, um die Übergangsphase von der stationären in die ambulante Versorgung zu überbrücken. Sie verwenden dazu die Formulare der vertragsärztlichen Versorgung aus dem Bundesmantelvertrag-Ärzte (Anlage 2/2a), die mit der Sonderkennzeichnung „Entlassmanagement“ versehen sind. Für Verordnungen im Krankenhaus gelten damit dieselben Regelungen wie in der Arztpraxis. Auch die Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit gelten entsprechend. Ebenso dürfen Kliniken für die Bedruckung der Formulare nur zertifizierte Softwareprodukte einsetzen. Verordnungen sollen wie im vertragsärztlichen Bereich nur durch Krankenhausärzte mit abgeschlossener Weiterbildung vorgenommen werden.

Arztpseudonym "4444444"

Zu den Änderungen in der Vereinbarung zum Entlassmanagement gehört außerdem, dass Krankenhausärzte zur Kennzeichnung der Verordnungen statt der vorgeschriebenen lebenslangen Arztnummer (LANR) übergangsweise die Pseudo-Arztnummer „4444444“ verwenden dürfen. Diese Übergangsregelung gilt vom 1. Oktober 2017 bis zum 1. Januar 2019. Ab dem 1. Januar 2019 sind die im SGB V neu eingeführten Krankenhausarztnummern zu verwenden.

KBV-Handbuch ist in Vorbereitung

Die KBV erstellt derzeit ein Handbuch, in dem Krankenhausärzte die Regeln der vertragsärztlichen Bestimmungen, nach denen sie ab Oktober verordnen müssen, in übersichtlicher Form finden. Die Publikation enthält unter anderem die Abbildungen aller relevanten Muster mit Vordruckerläuterungen.

Download Rahmenvertrag Entlassmanagement

Der Rahmenvertrag Entlassmanagement in der ab dem 1. Oktober 2017 geltenden Fassung kann hier von der Homepage der KBV heruntergeladen werden.

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