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GEPA NRW / WTG DVO: Qualifikationen einer Einrichtungsleitung

Seit Inkrafttreten des GEPA NRW am 15. Oktober 2014 werden an die Leitungskräfte einer stationären Pflegeeinrichtung erhöhte personelle Anforderungen gestellt. Vor diesem Hintergrund hat das MGEPA ein modulares Fort- und Weiterbildungskonzept erarbeitet.

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Dipl.-Kfm. Andreas Kamp
Dipl.-Kfm. Andreas Kamp
Geschäftsführer der
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Seit Inkrafttreten des GEPA NRW am 15. Oktober 2014 werden an die Leitungskräfte einer stationären Pflegeeinrichtung erhöhte personelle Anforderungen gestellt. Vor diesem Hintergrund hat sich die Arbeitsgruppe „Qualifikation Einrichtungsleitung“ des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) mit der Konkretisierung dieser Anforderungen für die Position der Einrichtungsleitung auseinandergesetzt.

Welche Qualifikationen muss eine Einrichtungsleitung mitbringen?
1. Fachkrafterfordernis oder leitungsqualifizierender Studienabschluss

Laut § 4 Abs. 9 WTG müssen Leitungskräfte Fachkräfte sein oder über einen Studienabschluss verfügen, der in besonderer Weise die für eine Leitungsfunktion erforderlichen Kompetenzen vermittelt. Als Fachkraft ist anerkannt, wer über eine mind. 3-jährige Ausbildung auf dem Gebiet der Pflege oder sozialen Betreuung verfügt. Sofern keine entsprechende Berufsausbildung vorliegt, erfüllen laut des MGEPA die hier ausgelisteten Studienabschlüsse ebenfalls eindeutig die Mindestqualifikationen einer Einrichtungsleitung:

  • Pflegewissenschaft / Pflegemanagement
  • BWL / VWL
  • Soziale Arbeit / Sozialpädagogik
  • Erziehungswissenschaften / Psychologie
  • Gesundheitsmanagement / Sozialmanagement / Gesundheitswissenschaften
  • Sonderpädagogik / Pflegepädagogik / Heilpädagogik / Rehabilitationspädagogik

Darüber hinaus können weitere Studienabschlüsse zur Übernahme einer Leitungsposition befähigen. Hier gilt es im Einzelfall zu prüfen, ob die erforderlichen Kenntnisse vermittelt wurden.

2. Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung

Eine Ausbildung oder ein Studium allein reichen jedoch noch nicht aus. So müssen Leitungskräfte zusätzlich mind. 2 Jahre hauptberufliche Berufserfahrung in einem Heim mitbringen.

3. Grundlegende pflege- oder betreuungsfachliche Kompetenzen + grundlegende betriebs- und personalwirtschaftliche Kenntnisse

Neben grundlegenden pflege- oder betreuungsfachlichen Kompetenzen müssen Einrichtungsleitungen ebenso über grundlegende betriebs- und personalwirtschaftliche Kenntnisse verfügen (§ 21 Abs. 1 WTG). Sofern diese nicht Bestandteil des Studiums oder der Ausbildung waren, wird in § 9 Abs. 1 WTG-DVO gefordert, dass Einrichtungsleitungen an entsprechenden Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Nachqualifizierung teilnehmen. Vor diesem Hintergrund hat das MGEPA ein modulares Fort- und Weiterbildungskonzept vorgelegt, welches die erforderlichen Kompetenzen vermitteln soll. Das Konzept sieht einen Stundenumfang von mindestens 750 Stunden vor und deckt die drei großen Bereiche „grundlegende betriebs- und personalwirtschaftliche Kenntnisse“; „grundlegende pflegefachliche Kompetenzen“ sowie „grundlegende betreuungsfachliche Kompetenzen“ ab. Diese setzen sich jeweils aus fünf Modulen zusammen. Dabei richtet sich die Forderung zur Belegung der einzelnen Module nach dem individuellen Fort- und Weiterbildungsstand sowie dem Beginn der Leitungsfunktion derzeitiger bzw. zukünftiger Einrichtungsleitungen:

Einrichtungsleitungen, die nach Inkrafttreten des GEPA NRW eingestellt werden:  Der Nachweis über den Erwerb grundlegender Kenntnisse nach § 21 Abs. 1 WTG ist vor Antritt einer Leitungsposition verpflichtend.

Einrichtungsleitungen, die vor Inkrafttreten eingestellt wurden: Hier gilt die Bestandsschutzregelung für personelle Anforderungen, welche eine 4-jährige Frist zur Nachholung des Nachweises vorsieht (§ 48 Abs. 2 WTG). Demzufolge müssen bereits anerkannte Einrichtungsleitungen, sofern sie die erforderlichen Kenntnisse nach § 21 Abs. 1 noch nicht nachweisen können, entsprechende Fort- und Weiterbildungen bis Oktober 2018 nachholen. Dabei müssen je nach individuellem Fort- und Weiterbildungsstand lediglich fehlende Module belegt werden.

Grafik zur Fort- und Weiterbildungskonzept zur Einrichtungsleitung

Das Wichtigste im Überblick:

Das WTG NRW verlangt von zukünftigen Einrichtungsleitungen ergänzend zu den Anforderungen nach § 4 Abs. 9 nun auch grundlegende betriebs- und personalwirtschaftliche sowie fachliche Kenntnisse. Allerdings lassen sich dem Gesetz zum jetzigen Zeitpunkt lediglich allgemeine Erläuterungen der geforderten Kenntnisse entnehmen. Eine verbindliche Konkretisierung der Anforderungen erfolgt in naher Zukunft durch das MGEPA.

Die örtlichen WTG-Behörden sowie das MGEPA sind mögliche Anlaufstellen für Fragen rund um das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG).

Bei weiteren Fragen steht Ihnen die BPG Unternehmensberatung als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

 

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