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Erfahrung schafft Vertrauen

Ordensgemeinschaften auf dem Weg in die Zukunft

Nachwuchsmangel, Mitgliederschwund und Überalterung bedrohen die Existenz von Ordensgemeinschaften und führen zu Strukturveränderungen

Ihre Ansprechpartner

Dipl.-Kfm. Andreas Kamp
Dipl.-Kfm. Andreas Kamp
Geschäftsführer der
BPG Unternehmensberatungsgesellschaft

0251 - 41832-0
a.kamp@bpg-muenster.de

Dipl.-Kfm. Gabriele Michelt
Dipl.-Kfm. Gabriele Michelt
Prüfungsleiterin
0251 - 48204-0
g.michelt@bpg-muenster.de

Nachwuchsmangel, Mitgliederschwund und Überalterung – diese Schlagworte bestimmen die Tagesordnungen von Konferenzen und Zusammenkünften von und für Ordensgemeinschaften. Zahlreiche Orden sind in ihrer Existenz bedroht.

In einem Zeitraum von 20 Jahren hat sich die Zahl der Ordensschwestern von rd. 32.000 im Jahr 1996 auf rd. 16.000 im Jahr 2016 halbiert, davon sind aktuell rd.  7.000 nicht mehr tätig. 84 % der Schwestern sind älter als 65 Jahre. Die Männerorden zählten Ende 2016 rd. 4.500 Mitglieder mit Profess, davon 55 % älter als 65 Jahre. Die Gesamtzahl aller Novizen/Novizinnen betrug zum Stichtag 31. Dezember 2016 nur noch 112.

Diese Entwicklung führt dazu, dass die Ordensgemeinschaften ihre Werke und Einrichtungen nicht mehr mit eigenen Mitgliedern führen können. Auch für die Versorgung und Pflege der Ordensmitglieder sind die Gemeinschaften vermehrt auf fremde Hilfe angewiesen. Infolgedessen trennen sich die Gemeinschaften sukzessive von ihren Werken und Einrichtungen. Krankenhäuser, Altenheime, Schulen und Kindergärten erhalten neue Träger oder werden geschlossen. Niederlassungen der Ordensgemeinschaften werden verkleinert oder aufgegeben. Das Angebot an ehemaligen Klöstern auf dem Immobilienmarkt hat zugenommen. Diese Tendenz ist europaweit zu beobachten. Zugleich gestaltet sich eine Vermarktung und Umnutzung derartiger Immobilien mit steigendem Angebot schwieriger. Selbst frühere Mutterhäuser werden inzwischen veräußert, da sie nicht für die Bedürfnisse der gealterten Ordensmitglieder geeignet sind bzw. für die Ordensgemeinschaften zu groß sind und ein Umbau aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll ist.

Zudem bereiten sinkende Einnahmen aus Gestellungsgeldern, der Anstieg der Aufwendungen für die Pflege und der Altersversorgung der Ordensmitglieder sowie die rückläufige Rendite bei Finanzanlagen den Ordensgemeinschaften zunehmend Sorge.

In der Konsequenz führt dies zu weitreichenden Strukturveränderungen.

Neben ordensinternen Fusionen von Regionen und Provinzen selbst über Landesgrenzen hinweg gibt es vermehrt ordensübergreifende Zusammenarbeiten wie z.B.

  • das Zusammenleben von Mitgliedern mehrerer Ordensgemeinschaften unter einem Dach in getrennten Konventen
  • die Errichtung eines Altenheims durch einen Träger, in das sich dann verschiedene Ordensgemeinschaften einmieten
  • die Durchführung gemeinsamer Noviziatsprojekte
  • die Gestellung von Leitungskräften durch einen anderen Orden wenn altersbedingt keine eigenen Ordensmitglieder die Aufgaben übernehmen können.

Bei allen Entscheidungen und Maßnahmen dürfen die Verantwortlichen die rechtlichen sowie die steuerrechtlichen Aspekte nicht außer Acht lassen. Beispielsweise beim Abschluss von Fusionsverträgen, bei Immobilienverkäufen oder grenzüberschreitendem Mitteltransfer im europäischen Raum ist eine fachkundige Beratung und Unterstützung notwendig.

Die strukturellen Veränderungen sind im Übrigen auch international ein Thema der Ordensgemeinschaften. Im November 2016 veranstaltete die vatikanische Ordenskongregation eine dreitägige Konferenz an der rund 1.000 Wirtschaftsbeauftragte von Orden teilnahmen. Motto der Veranstaltung war „Die Ökonomie der Orden im Glauben und Charisma neu denken“. Die Teilnehmer haben sich auf neue Leitlinien zum Umgang mit Besitz und Geld verständigt. Als Schlüsselkriterien wurden demnach Treue zum Profil des Ordens, Bewahrung kirchlicher Güter, Nachhaltigkeit, Transparenz und Armut festgelegt. Papst Franziskus wies in einer Grußbotschaft darauf hin, dass die Verwaltung des Kirchenvermögens in Einklang mit der heutigen Realität und ebenso wie das Charisma an die Bedürfnisse der heutigen Zeit angepasst werden muss. Katholische Orden sollten sich nicht vorschnell von Besitz, wirtschaftlichen oder sozialen Unternehmen trennen. Ausschlaggebend für den Rückzug der Gemeinschaften aus Unternehmen oder Projekten dürfe allein ihr geistlicher Auftrag und nicht die erzielbare Rendite sein.

In diesem Zusammenhang wurde es als wichtig erachtet, auch mit der Ortskirche im Gespräch zu bleiben, damit die kirchlichen Güter soweit wie möglich Güter der Kirche bleiben. Zudem wurde eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinschaften zur Erhaltung von Projekten angeregt.

Unsere Spezialisten der BPG Unternehmensberatung, der Steuer- und Rechtsberatung können Sie in dieser schwierigen Lage in Fragen der Umstrukturierung oder Weiterentwicklung unterstützen. Zudem stellen wir Ihnen als erfahrene Begleiterin der beschriebenen Prozesse Frau Dipl.-Theol. Iris Müller-Nagel zur Verfügung, die als Pastoralsupervisorin und als Coach mit einem umfangreichen Erfahrungsschatz die Aufgabe übernehmen kann. Den Kontakt zu Frau Müller-Nagel stellen wir gerne für Sie her, sprechen Sie zunächst Herrn Jochen Hartung (j.hartung@bpg-muenster.de) an.

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