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Qualitätskontrolle – Überarbeitete Hinweise der Kommission für Qualitätskontrolle

Aufgrund der am 17. Juni 2016 in Kraft getretenen umfassenden Änderungen des Berufsrechts der Wirtschaftsprüfer (WP) und vereidigten Buchprüfer (vBP) haben sich insbesondere in der 2. Jahreshälfte des Jahres 2016 umfangreiche Folgeänderungen bezüglich der für die Tätigkeit von WP/vBP bedeutsamen berufsständischen Hinweise ergeben.

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Dipl.-Kfm. Jürgen Strack
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Wirtschaftsprüfer / Steuerberater
0251 - 48204-63
j.strack@bpg-muenster.de

Dipl.-Ing. Jochen Hartung
Dipl.-Ing. Jochen Hartung
Geschäftsführer
Wirtschaftsprüfer / Steuerberater

0251 - 48204 -12
j.hartung@bpg-muenster.de

Aufgrund der am 17. Juni 2016 in Kraft getretenen umfassenden Änderungen des Berufsrechts der Wirtschaftsprüfer (WP) und vereidigten Buchprüfer (vBP) haben sich insbesondere in der 2. Jahreshälfte des Jahres 2016 umfangreiche Folgeänderungen bezüglich der für die Tätigkeit von WP/vBP bedeutsamen berufsständischen Hinweise ergeben. Von der Kommission für Qualitätskontrolle (KfQK) bei der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) wurden verschiedene Hinweise zum Verfahren der Qualitätskontrolle überarbeitet. Die Überarbeitung erfolgte im Hinblick auf die am 17. Juni 2016 in Kraft getretenen Änderungen der Wirtschaftsprüferordnung (WPO) durch das Abschlussprüferaufsichtsreformgesetz (APAReG), der Neufassung der Berufssatzung WP/vBP und der Satzung für Qualitätskontrolle. Änderungen haben sich im Einzelnen bei den folgenden Hinweisen ergeben:

  • Berichterstattung über eine Qualitätskontrolle (Stand 6.9.2016)
  • Prüfung eines Qualitätssicherungssystems unter besonderer Berücksichtigung kleiner Praxen (Stand 25.10.2016)
  • Erfüllungsberichte i. S. v. § 57 e Abs. 2 Satz 2 WPO (Stand 5.10.2016)
  • Qualitätskontrolle bei Sozietäten und Partnerschaften (Stand 5.10.2016)
  • Prüfung der Vollständigkeit der Grundgesamtheit für die Auftragsabwicklung (Stand: 5.10.2016)
  • Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen zur speziellen Fortbildung von Prüfern für Qualitätskontrolle (Kriterienkatalog) (Stand 5.10.2016)
  • Grundgesamtheit nach dem APAReG (Stand 13.12.2016)
  • Aufsicht über die Prüfer für Qualitätskontrolle (Stand 30.11.2016).

Die Hinweise der KfQK sind von größter Bedeutung sowohl für den Prüfer für Qualitätskontrolle (PfQK) als auch für die geprüfte Praxis selbst. Aus den Hinweisen ergeben sich konkrete Anweisungen für die Umsetzung der Rechtsvorschriften in der Praxis. Vgl. zu den Änderungshinweisen auch WPK Magazin 4/2016.

Im Folgenden geben wir einige Erläuterungen zu den Hinweisen.

Von größter Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Hinweis über die Berichterstattung über eine Qualitätskontrolle. Nach den Vorbemerkungen in diesem Hinweis enthält der Hinweis alle wesentlichen Berichtsbestandteile und -inhalte im Sinne einer Aufzählung und geht besonders auf einige fehleranfällige Berichtsinhalte ein. Für eine Prüfung für Qualitätskontrolle ergeben sich damit auch praxisrelevante Anhaltspunkte für die Vorbereitung und Durchführung der Qualitätskontrolle. Bei der Berichterstattung des Prüfers für Qualitätskontrolle sollen die konkreten Gegebenheiten der geprüften Praxis – insbesondere Art und Umfang der in einer Qualitätskontrolle zu berücksichtigenden Prüfungen sowie Größe und Struktur der geprüften Praxis – berücksichtigt werden.

Der Hinweis zur Prüfung eines Qualitätssicherungssystems (QSS) unter Berücksichtigung kleiner Praxen tritt nach den dort von der KfQK gegebenen Erläuterungen bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen neben die allgemeinen fachlichen Regeln und die sonstigen Hinweisen der KfQK. Bei kleinen WP-Praxen ergeben sich Erleichterungen bei der Dokumentation des Qualitätssicherungssystems bis hin zu der Möglichkeit, auf die Dokumentation der Regelungen des QSS (in Form eines Organisations- bzw. Qualitätssicherungshandbuchs) zu verzichten. In letzterem Fall ist die Dokumentation dann allerdings durch die Dokumentation der tatsächlichen Auftragsabwicklung und der Beachtung der allgemeinen Berufspflichten nachzuweisen, was dann wiederum erhöhte Anforderungen mit sich bringt. Die weiteren Erleichterungen beziehen sich auf Einzelaspekte in der Organisation der kleinen Praxis und der Besonderheiten bei der Durchführung von Prüfungsaufträgen.

Der Hinweis zu den Erfüllungsberichten wurde mit Stand vom 5. Oktober 2016 lediglich redaktionell bearbeitet.

Die vormals getrennten Hinweise zu Sozietäten und Partnerschaften konnten zu einem Hinweis zusammengefasst werden, da Sozietäten nach der aktuellen Rechtslage auch als WPG/BPG anerkannt werden können. Zu unterscheiden ist zwischen den als WPG/BPG anerkannten Sozietäten oder Partnerschaftsgesellschaften, die als solche gesetzliche Abschlussprüfungen nach § 316 HGB durchführen können, und den nicht als WPG/BPG anerkannten Sozietäten oder Partnerschaftsgesellschaften, bei denen die in dieser Sozietät oder Partnerschaftsgesellschaft tätigen WP/vBP gesetzliche Abschlussprüfungen nach § 316 HGB nicht in dieser Sozietät oder Partnerschaftsgesellschaft durchführen dürfen. Der WP/vBP kann entsprechende Aufträge dann nur neben seiner Tätigkeit in der Sozietät oder Partnerschaftsgesellschaft ausführen. Dem Qualitätskontrollverfahren unterliegt entweder die als WPG/BPG anerkannte Sozietät bzw. Partnerschaftsgesellschaft als solche oder der einzelne WP/vBP.

Der Hinweis der KfQK zur Prüfung der Vollständigkeit der Grundgesamtheit für die Prüfung der Auftragsabwicklung enthält die besonderen Anforderungen zur Sicherstellung der Vollständigkeit der Grundgesamtheit bei der Durchführung von Qualitätskontrollen und der Berichterstattung zu diesem Aspekt der Prüfung. Der Hinweis zur Grundgesamtheit nach dem APAReG geht ergänzend zu den gesetzlichen Regelungen nochmals auf die Abgrenzung der Grundgesamtheit ein. Die Grundgesamtheit der in die Wirksamkeitsprüfung des QSS einzubeziehenden Prüfungsaufträge besteht nach § 57 a Abs. 2 Satz 2 WPO aus Abschlussprüfungen nach § 316 HGB und aus betriebswirtschaftlichen Prüfungen, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beauftragt werden.

Der Hinweis der KfQK zur Aufsicht über die Prüfer für Qualitätskontrolle nach § 57 e Abs. 7 WPO enthält die Einzelheiten zur Organisation dieser Aufsicht. Die Aufsicht obliegt der KfQK, der diese Aufgabe vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übertragen wurde. Diese untersucht bei PfQK, ob diese bei von ihnen durchgeführten Qualitätskontrollen die gesetzlichen Anforderungen und Berufsausübungsregelungen eingehalten haben (§ 57 e Abs. 7 Satz 1 WPO). Hierzu kann die KfQK an Qualitätskontrollen teilnehmen oder sich die Arbeitspapiere des PfQK vorlegen lassen. Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Regeln und der Regeln zur Berufsausübung kann die KfQK Maßnahmen ergreifen oder den Vorstand der WPK nach § 57 e Abs. 4-5 WPO unterrichten. Nach unserer Einschätzung wird das BAFA die Tätigkeit der KfQK streng überwachen.

Weitere umfangreiche Einzelheiten sind aus den angegebenen Fundstellen ersichtlich. Alle angegebenen Fundstellen sind auf der Internetseite der WPK/KfQK einzusehen.

Für Fragen in Zusammenhang mit der Durchführung von Qualitätskontrollen stehen Ihnen als Ansprechpartner Herr Dipl.-Ing. Jochen Hartung, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater, Geschäftsführer, und Herr Dipl.-Kfm. Jürgen Strack, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater, Prokurist, zur Verfügung.

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