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Erfahrung schafft Vertrauen

Update GEPA/WTG DVO: Qualifikation Einrichtungsleitung

Anlässlich der geforderten Qualifikationsanforderungen an Einrichtungsleitungen (§ 21 WTG) hat das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) ein modulares Fort- und Weiterbildungskonzept vorgelegt. Dazu äußert sich jetzt die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in NRW kritisch in einer Stellungnahme. Bedenken ergeben sich vor allem hinsichtlich des vorgesehenen Stundenumfanges sowie der zukünftigen Annerkennung einer EInrichtungsleitung.

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Dipl.-Kfm. Andreas Kamp
Dipl.-Kfm. Andreas Kamp
Geschäftsführer der
BPG Unternehmensberatungsgesellschaft

0251 - 41832-0
a.kamp@bpg-muenster.de

Seit Inkrafttreten des GEPA NRW am 15. Oktober 2014 werden an die Leitungskräfte einer stationären Pflegeeinrichtung erhöhte Qualifikationsanforderungen gestellt:

  1. Fachkrafterfordernis oder leitungsqualifizierender Studienabschluss
  2. Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung
  3. Grundlegende pflege- oder betreuungsfachliche Kompetenzen + grundlegende betriebs- und personalwirtschaftliche Kenntnisse (§ 21 WTG)

Letzteres ist gemäß § 9 Abs. 1 WTG-DVO, soweit sie nicht bereits Gegenstand der Ausbildung oder des Studiums waren, durch den Nachweis geeigneter Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu belegen. Vor diesem Hintergrund hat das  Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) ein modulares Fort- und Weiterbildungskonzept vorgelegt, welches die erforderlichen Kompetenzen vermitteln soll. Das Konzept sieht einen Stundenumfang von mindestens 750 Stunden vor und deckt die drei großen Bereiche „grundlegende betriebs- und personalwirtschaftliche Kenntnisse“; „grundlegende pflegefachliche Kompetenzen“ sowie „grundlegende betreuungsfachliche Kompetenzen“ ab. Diese setzen sich jeweils aus fünf Modulen zusammen. Dabei richtet sich die Forderung zur Belegung der einzelnen Module nach dem individuellen Fort- und Weiterbildungsstand sowie dem Beginn der Leitungsfunktion derzeitiger bzw. zukünftiger Einrichtungsleitungen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in NRW äußert sich jetzt kritisch in einer Stellungnahme zum vorliegenden Konzept. Bedenken ergeben sich vor allem hinsichtlich folgender Punkte:         

  • Umfang des Konzeptes: Die vorgesehenen Stundenumfänge sind deutlich zu hoch angesetzt und entsprechen nicht den Formulierungen des WTG. Es wird eine Bearbeitungstiefe verlangt, die weit über die vorgesehene Vermittlung „grundlegender Kenntnisse“ hinausgeht.
  • Inhalte: Die geforderten Module (z.B. juristische Kenntnisse) lassen sich zum Teil nicht vollständig aus dem WTG oder der WTG-DVO ableiten. Ferner  kommt es zu unverhältnismäßigen Gewichtungen sowie Doppelungen einzelner Module.
  • Anerkennungsverfahren: Das vorliegende Konzept enthält keine konkreten Angaben bezüglich der Anerkennung einer Einrichtungsleitung. Eine individuelle Prüfung ist mit einem enormen Prüfaufwand verbunden und daher schwer umzusetzen.
  • Fristen: Aufgrund der langwierigen Bearbeitungszeit erscheint die angesetzte 4-Jahres-Frist zur Nachqualifizierung zu kurz bemessen. Eine Fristverlängerung ist daher notwendig.

Alles in allem weist das Konzept laut der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in NRW wesentliche Schwachstellen auf. Die Umsetzung des § 21 Abs. 1 WTG kann erst dann erfolgen, wenn Rechtssicherheit der getroffenen Regelungen besteht. Es bedarf insbesondere einer Klärung der  Anerkennungsfragen sowie die Anpassung geforderter Stundenumfänge an die Bestimmungen des WTG.

Es bleibt also weiterhin abzuwarten, wann und wie sich die geforderten Qualitätsanforderungen an Einrichtungsleitungen verbindlich umsetzen lassen.

Die örtlichen WTG-Behörden sowie das MGEPA sind mögliche Anlaufstellen für Fragen rund um das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG).

Die BPG Unternehmensberatung steht Ihnen ebenfalls gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

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