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Fachkräftemangel im Krankenhaus: Strategien zur Mitarbeiterbindung sind gefragt!

Durch den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen stehen Krankenhäuser vor der Herausforderung, sich als attraktiver Arbeitgeber am Markt zu positionieren. Insbesondere für das Thema Mitarbeiterbindung müssen adäquate Lösungen entwickelt werden.

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Kfm. Andreas Kamp
Dipl.-Kfm. Andreas Kamp
Geschäftsführer der
BPG Unternehmensberatungsgesellschaft

0251 - 41832-0
a.kamp@bpg-muenster.de

Hintergrund

Die Mitarbeiter eines Krankenhauses sind als zentrale Faktoren für den Erfolg der Unternehmung mitverantwortlich. Jedoch wird das verfügbare Humankapital der Krankenhäuser zunehmend zu einer äußerst knappen Ressource. Bereits im Jahr 2013 gaben 58% aller befragten Manager in einer Studie des deutschen Krankenhaus Instituts an, Schwierigkeiten bei der Besetzung von vakanten Stellen im ärztlichen Dienst zu haben. Aber auch in der Pflege, insbesondere der Intensivpflege, werden händeringend geeignete Mitarbeiter gesucht, um die Personalbedarfe auf den Stationen zu decken. Die angespannte Arbeitsmarktsituation führt dazu, dass schon heute ein Wettstreit um qualifizierte Ärzte und Pflegekräfte zwischen den Kliniken entbrannt ist. Durch den demografischen Wandel und den damit verbundenen Rückgang von Personen im erwerbsfähigen Alter ist nicht davon auszugehen, dass sich diese Problematik in Zukunft abschwächen wird.

Lösungsansätze

In Anbetracht dessen muss ein Ziel des Personalmanagements sein, die leistungstragende Kernbelegschaft an das Unternehmen zu binden und somit die unterschiedlichen Kosten aufgrund von Fluktuation zu minimieren. An dieser Stelle ist es für jedes Krankenhaus unerlässlich, Maßnahmen zur Steigerung der eigenen Arbeitgeberattraktivität zu ergreifen. Die Schaffung von Arbeitgeberattraktivitätsmerkmalen hat somit zweierlei Wirkung für den Arbeitgeber: Zum einen betrifft sie die Mitarbeiterakquise, wodurch bei einem Arbeitnehmer der Wunsch erzeugt werden soll, für das jeweilige Krankenhaus zu arbeiten. Zum anderen betrifft sie die Mitarbeiterbindung, d.h. der Arbeitnehmer will seine Tätigkeit auch weiterhin für dieses Krankenhaus ausüben. Letzteres ist entscheidend für eine erfolgreiche, emotionale und langfristige Bindung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um sich als attraktiver Arbeitgeber auf dem Markt zu positionieren. Hierbei stehen für Krankenhäuser eine Vielzahl von Optionen offen:

  • Strukturierte Personalentwicklungsprogramme zeigen den Mitarbeitern innerhalb des Krankenhauses eine langfristige Perspektive auf. Vor allem auf die Weiterbildung der Assistenzärzte zum Facharzt sollte hinsichtlich des Wettstreits um junge Mediziner großes Augenmerk gelegt werden. In Anbetracht der Ökonomisierung im Gesundheitswesen werden auch zunehmend betriebswirtschaftliche Fortbildungen für Ärzte angeboten.
  • Das nächste wichtige Themenfeld ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade durch den hohen Anteil von weiblichen Mitarbeitern im Krankenhaus muss gewährleistet sein, dass diese trotz Schwangerschaft und Mutterschutz wieder im Berufsleben Fuß fassen können. Hierbei bietet sich die Einrichtung von Betreuungsangeboten und Betriebskindergärten an, deren Öffnungszeiten wiederum mit den Arbeitszeiten im Krankenhaus korrelieren müssen.
  • Auch durch den Einsatz von flexiblen Arbeitszeitmodellen, wie z. B. dem Job-Sharing oder Arbeitszeitkonten, kann auf die individuellen Bedürfnisse des Arbeitnehmers eingegangen werden; die angestrebte Balance zwischen Arbeits- und Privatleben wirkt sich positiv auf das Verhältnis zum Arbeitgeber aus.
  • Ferner sollte ein Maßnahmenkatalog zum betrieblichen Gesundheitsmanagement zur Verfügung stehen, sodass die Mitarbeiter bei Bedarf sowohl physische als auch psychische (z. B. bei Stressbewältigung) Unterstützung erfahren.
  • Zuletzt darf auch die Kommunikation im Unternehmen nicht vernachlässigt werden. Durch Mitarbeiterzeitungen, Betriebsfeste und Ausflüge, Einrichtungen von Kaffee-Ecken oder der Präsenz auf Social-Media-Plattformen, fühlen sich die Mitarbeiter in ein soziales System integriert, können daran teilnehmen und sind so mit dem Unternehmen verbunden.

Ausblick

Das Thema Fachkräftemangel wird die Krankenhäuser noch lange Zeit vor Herausforderungen stellen, wobei die beschriebenen Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung lediglich einen Aspekt zur Entschärfung der Problematik darstellen. Es steht jedoch außer Frage, dass eine Vielzahl von Methoden zur Mitarbeiterbindung in das Krankenhauswesen implementiert werden kann und bereits vielerorts genutzt wird. Ob die Potentiale jedoch quantitativ im selben Maße von allen Krankenhäusern genutzt werden, lässt sich nur empirisch ableiten. An dieser Stelle sei auf die derzeit laufende Studie der BPG Unternehmensberatung „Arbeitgeberattraktivität in deutschen Krankenhäusern“ hingewiesen, welche sich neben dem Thema Mitarbeiterbindung auch mit Personalmangel, -gewinnung, und strategischem Personalmanagement auseinandersetzt. Diese wurde bereits in ähnlicher Form in 2011 durchgeführt und soll nun Aufschluss über die derzeit im Markt getätigten Strategien und Meinungen zum Thema Arbeitgeberattraktivität bzw. dessen Weiterentwicklungen geben.

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